Erste Ernte eingebracht
Wie bereits berichtet, wurden im Vorjahr die Arbeiten auf einer Reisfarm bei Kokri in Mali aufgenommen. Im Januar wurde die erste Ernte eingebracht. Das Ergebnis mit etwa 4 Tonnen ungeschältem Reis pro Hektar ist vielversprechend. Dieses Ergebnis freut umso mehr, als es trotz der späten Übernahme des Transportes mit den Maschinen und dem Dünger zustande kam. Dadurch konnten die Farmarbeiten erst im August aufgenommen werden, anstatt wie geplant im Juni. Deshalb konnten nur achteinhalb der angestrebten zwölf Hektar angebaut werden.
Geerntet wird der Reis mit Sicheln. Die Garben werden dann zum Dreschen hektarweise zu großen Haufen zusammengetragen. Die Dreschmaschine kommt direkt aufs Feld, und der gedroschene Reis wird in Säcke zu je siebzig Kilogramm abgefüllt und mit einem Motorkarren ins Lager gebracht, wo er unmittelbar vor dem Verkauf geschält wird.
Das Projekt soll möglichst bald selbsttragend sein. Die Ernte wird in Mali verkauft. Der Erlös fließt zur Gänze in das Budget für den diesjährigen Anbau. Das Gleiche gilt für den durch den Traktor und die Reisschälmaschine erarbeiteten Erlös.
Der Traktor aus Deutsch-Wagram
Geschälter Reis wird nach Hause getragen Der Traktor hat durch das Lohndreschen von Hirse etwa zwanzig Tonnen Hirse erwirtschaftet. Auch die Reisschälmaschine wurde im Jänner in Betrieb genommen und erfreut sich bei den ortsansässigen Frauen bereits großer Beliebtheit. Die Frauen kommen mit zwanzig bis dreißig Kilogramm Reis auf dem Kopf und schätzen die Arbeit unserer Maschine. Sie bezahlen umgerechnet zwei Schilling für das Schälen eines Zehnliter-Eimers mit Reis. Dies ermöglicht den Betrieb der Maschine und trägt zu den Vorbereitungen für die diesjährige Aussaat bei.
Achtzig Prozent des Reisbedarfes von Mali müssen jedes Jahr eingeführt werden. Jede Tonne Reis, die in Mali produziert und verkauft wird, trägt zur Verbesserung dieser Situation bei. Vor allem auch deshalb, weil der Preis für Reis in Mali niedriger ist, als jener auf dem Weltmarkt.
Entscheidend für den Erfolg des Projektes ist die Einbindung der dort lebenden Bevölkerung. Deshalb wurde die Verantwortung für die praktischen Arbeiten von Anfang an Herrn Barthelemy Diarra, einem einheimischen Landarbeiter übertragen. Er hat sieben Jahre Erfahrung im Reisanbau in der benachbarten Elfenbeinküste und hat seine Sache bislang sehr gur gemacht. Heuer wird er drei junge Leute ausbilden, die in Zukunft Verantwortung für neue Felder übernehmen sollen. Hunderttausende Hektar sind seit der Kolonialzeit vorbereitet und von der Regierung in Mali für den Reisanbau vorgesehen, aber es fehlen die Mittel. Wir wollen mit unserem Projekt den Menschen helfen, dieses Land zu nutzen.
Als weitere Schritte sind die Unterstützung der medizinischen Versorgung und der schulischen Ausbildung geplant. Voraussetzung dafür ist jedoch, daß sich die Farm zunächst selbst trägt und mittelfristig zu anderen Projekten beiträgt.
Für dieses Jahr hat der Obmann des Forum Ost, Herr Friedrich Quirgst, der die Reisfarm in Mali bisher maßgeblich unterstützt hat, die Anschaffung einer kleinen Dreschmaschine in Aussicht gestellt. An dieser Stelle möchte ich allen Unterstützern des Projektes herzlich danken, besonders auch der Österreichischen Frauenföderation für Weltfrieden, die die Reisschälmaschine gespendet hat.
Mein besonderer Dank gilt Herrn Quirgst, der gemeinsam mit mir im Januar in Mali war, und ohne dessen Unterstützung es noch keine Ernte gegeben hätte. Offensichtlich hat ihn die Reisfarm beeindruckt, denn er hat für dieses Jahr ein Anbauziel von dreißig Hektar vorgeschlagen.
Rudolf Mayer, Entwicklungshelfer
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