Um Gottes Willen
 Heinrich Krcek schlägt uns eine Brücke
aus dem Familienalltag direkt in den Himmel

Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder
.....

Haben Sie Kinder? Ist Ihnen schon einmal in den Sinn gekommen, dass die Kinder unser Vorbild sein, dass sie uns Eltern erziehen sollten und könnten? Oder wollen Sie, dass ihre Kinder wie Sie werden?

Wenn die Kinder Hunger haben, dann melden sie sich lauthals. Und dies solange, bis unsere Nerven ihr Gebrüll oder Gebitzel nicht mehr aushalten. Wir geben ihnen, wonach sie rufen, was sie verlangen. Sollten wir auch so werden? Sollten wir rufen, schreien, anderen bis hinauf zum lieben Gott auf die Nerven fallen, bis wir bekommen, was wir möchten oder brauchen? Dieses "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder" hat viele Aspekte:

Kinder sind offen. Sie nehmen alles, was auf sie zukommt offenen Auges und Herzens auf. Beobachten sie ein Kind vorm Fernsehschirm: Es sitzt mit offenem Mund und natürlich mit geöffneten Augen da und ist von dem Geschehen in der Röhre völlig hingerissen. Denn was hier abläuft, fasziniert, läßt aber das Kind völlig unbefriedigt sitzen. Es wird geistig falsch oder unterernährt. Das beunruhigt uns. Warum? Weil zwischen Fernseher und dem Kind keine lebendige Beziehung zustande kommen kann. Da ist kein Dialog möglich, kein Für und Wider, kein Geben und Nehmen. Und genau das ist der springende Punkt. Ein Kind hat ein Urbedürfnis nach dieser Beziehung zu seinem Ursprung, zu seiner Herkunft, zur Quelle des Lebens. Wenn diese Beziehung gestört ist, dann ist das Unglück perfekt. Sicher haben sie schon erlebt, welche eiserne Wand zwischen Mutter und Kind sein kann, wenn das Kind etwas Arges angestellt hat. Solange diese Wand besteht, gibt es kein Leben. Solange diese Wand besteht, wird auch das Kind irgendwie versuchen, die Verbindung nach "oben" wiederherzustellen. Wenn die Liebe wieder fließt, kann es wieder lachen und springen, uns wieder auf die Nerven fallen, nach dem Essen schreien oder anders die häusliche Ruhe stören.

Wenn nur die lebendige Beziehung wieder da ist. Darum sollte es uns gehen! Wie den Kindern. Die anderen Dimensionen des Lebens ergeben sich dann.

Heinrich Krcek, Theologe

Zurück zum Wegweiser