Editorial

Die Sehnsucht nach Familie

Warum fasziniert sie noch immer?

Jeder Mensch kommt aus einer Familie? Viele gründen ihre eigene. Dabei stellt sich heraus, daß Ehe oder Familie kein passiver Zustand ist. Vielmehr erleben wir den Aufbau einer Familie als eine Entwicklung, an der alle Familienmitglieder beteiligt sind.

Wir sind diesmal der Frage nachgegangen: Warum fasziniert die Familie? Allen Anstrengungen zum Trotz, die damit verbunden sind. Welche Chancen bietet sie, zu einem erfüllteren Leben zu kommen? Für Papa, Mama, Kinder, Großeltern, Neffen, Nichten, Onkel, Tante?

Friedrich Moshammer vermittelt in seinem Beitrag "Familienkultur als Lebenskunst" Impulse, die Beziehungen so zu gestalten, daß eine positive Tradition in der Familie entsteht. Jeder wünscht sich ein Beziehungsgeflecht, in dem er oder sie sich wohl und angenommen fühlt. Er stellt Eltern vor, die Schlüsselerlebnisse mit ihren Kindern in kurzer Form weitergeben. Florian Kliman denkt in seinem Beitrag darüber nach, wie es sich auswirkt, wenn eine wichtige Person in der Familie fehlt. Unter dem Titel "Endlich wieder Single" beschreibt Susanne Benes einen Teil ihrer Lebenserfahrungen. Sie entdeckt dabei ihre Sehnsucht, dem Single-Sein auch wieder ade zu sagen. Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit "Parenting". Zugrunde liegt die Erkenntnis, daß auch Eltern Anleitung brauchen und Hilfestellung, um letztlich gute Väter und Mütter zu werden.

Unlängst saß ich zu Hause am Computer und bereitete einen Vortrag für ein Familienseminar vor. Mein Thema lautete: "Die Kinder in ihrer eigenen Entwicklung fördern". Da gab es im Nebenzimmer einen lauten Krach. Mein Sohn Marvin hatte beim Spielen mit seiner Autorennbahn das Bügelbrett umgeworfen. Ich erschrak, schluckte einmal und versuchte mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Zwei Minuten später fiel dasselbe Bügelbrett mit Marvins Hilfe noch einmal um. Ich rannte ins Nebenzimmer und schnaubte: "Marvin, warum tust Du mir das an. Ich kann mich nicht konzentrieren." Er nickte und meinte: "Ich kann nichts dafür, daß das Brett umfällt." - und spielte begeistert mit seinen Autos weiter. Ich ging zu meinem Computer zurück. Mein Blick fiel auf den Schirm. Dort stand eine Anleitung: "Ich liebe Dich so, wie Du bist." Mir wurde plötzlich ganz warm ums Herz und mein Zorn war wie weggeblasen. Ich wiederholte für mich halblaut den Satz: "Ich liebe Dich so, wie Du bist."

Mit freundlichen Grüßen

Karl Ebinger

 

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Karl Ebinger

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