Bücher, Zeitungen und Zeitschriften
machen nicht gut oder schlecht, aber
besser oder schlechter machen sie doch!
Jean Paul

EINE FÜLLE VON MÖGLICHKEITEN

Medien und Familie - ein unerschöpfliches Thema, zumindest, soweit es meine eigene betrifft! Printmedien sind meine Domäne, lesen die große Leidenschaft schlechthin. Ich kann mir nichts Schöneres für einen Samstagnachmittag vorstellen, als ihn umgeben von Tageszeitungen mit einem großen Häferl Kaffee zu verbringen.

Stundenlang kann ich gedanklich in der großen Welt spazierengehen, mich in angebotene Häuser träumen oder mir den Mann hinter der Kontaktanzeige vorstellen (ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich kein Haus brauche und verheiratet bin!). Großformatige Zeitungen sind mir lieber, weil man sie teilen kann, ohne sie zu zerreissen. In familiärer Eintracht studiert mein Mann dann den Politteil, mein Sohn reisst als erstes die Sportseiten an sich und ich blättere in einer Beilage. Das ist nervenschonend, bleibt mir doch das Gezeter, wer zuerst darf, erspart.

Ich habe die Angewohnheit, vor dem Einschlafen im Bett zu lesen und die möchte ich keinesfalls missen. Wie viele Stunden Schlaf ich wohl schon dem spannenden Thriller oder der romantischen Geschichte geopfert habe? Ich habe keine Ahnung, meine aber jedenfalls, sie waren es allesamt wert.

Radio hören halten wir für unverzichtbar, auch wenn wir uns selten über den Sender einigen können. Diese zeitgeistige Mischung aus Musik, Kurznachrichten und Gewinnspielen ist beliebte Abwechslung bei Hausarbeiten und natürlich im Auto.

Fernsehen und Video ist in unserem Haushalt zwar vorhanden, hat aber keine besondere Priorität. Wenn jemand schauen möchte, tut er das auch, allerdings immer, weil er eine bestimmte Sendung ausgesucht hat. Das ist dann eben eine Sportübertragung, die Nachrichten oder eine romantische Komödie. Was es nicht gibt, ist ein laufender Fernseher und keiner schaut wirklich hin, dreht ihn aber auch nicht ab.

Was das Internet angeht, haben wir gleich zwei Anschlüsse, die sowohl privat als auch beruflich genutzt werden. Darüber habe ich ja schon in der letzten Ausgabe ausführlich berichtet.

Nutzen und Verwertbarkeit

Den Nutzen von Medien aller Art halte ich für unbeschreiblich hoch, gibt es doch wirklich für jeden Zweck und Geschmack so ziemlich alles. Ob ich blanke Information suche, Rat oder Anleitung, mir ein neues Hobby zulegen oder auch einfach unterhalten werden will, ich werde bestens bedient und das mit dem Medium meiner Wünsche.

In meiner Kindheit und Jugend haben wir Mädchen gerne gestrickt und geschneidert, Muster und Anleitung kam aus der Erfahrung unserer Mütter. Wie haben wir uns über die Zeitschriften gefreut, wo wir endlich so viele Vorlagen hatten, wie wir nur wollten. Wenn ich heute in Regalen die wohlsortierten Strickmusterhefte sehe, bleibt ja wirklich keine Frage offen!

Genauso begehrt und obendrein schultauglich sind die sogenannten Wissens-Zeitschriften in unserer Familie, die meist einen wirklich informativen Themenschwerpunkt haben. Sie bilden oft die Grundlage für lebhafte Diskussionen, ob es nun um die Vorstellung eines Landes oder das menschliche Innenleben geht.

Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie viele Arbeitsplätze die Branche "Medien" eigentlich stellt, nehme aber doch an, daß es sich um eine gewaltige Menge handelt. Nicht umsonst gibt es immer mehr spezifische Schulen und Colleges in diese Richtung. Das Angebot ist breit gefächert.

Besonderer Bedarf

Ich kann mir eine Welt ohne Medien nicht vorstellen, für mich wäre das wie eine Welt ohne Farben! Trotzdem empfinde ich sie auch als Luxus, ist es doch mitunter eine Frage des Geldes, wieviel davon ich konsumieren kann.

Für kranke und isolierte Menschen aber sind sie meiner Meinung nach unverzichtbarer Bestandteil des Alltags. Selbst so manches Mal in einem Krankenhaus zu tagelanger Bewegungslosigkeit verurteilt, habe ich Radio und Fernsehen als taugliches Mittel zur Ablenkung und Überbrückung elend langer Stunden zu schätzen gelernt.

Was wäre ein Blinder ohne Radio, ein Lahmer ohne Fernsehen oder Internet? Gerade für alte Menschen mit geringer menschlicher Ansprache ist Medienkonsum gleich welcher Art fraglos eine Bereicherung in ihrem Alltag. Nicht, dass ich meine, ein Fernseher könnte soziale Kontakte ersetzen, aber doch sicher ergänzen! Ich befürworte Altenbetreuung und Verwandtenbesuche, so viel nur irgend geht. Trotzdem glaube ich, dass immer noch viele Stunden übrigbleiben, die allein verbracht werden müssen und genau die können mit Radio, Fernsehen oder Zeitungen kurzweiliger bestritten werden.

Ich kann, aber ich muß nicht!

Ich hoffe sehr, hier nicht als "mediensüchtig" missverstanden zu werden. Keineswegs läuft bei uns rund um die Uhr entweder Fernsehen oder Radio, habe ich stets ein Buch in der Hand und surfe nebenbei im Internet!

Durchaus wissen wir Sport, lange Spaziergänge mit den Hunden und gute Unterhaltungen zu schätzen. Keiner hier möchte die Treffen mit seinen Freunden missen, niemand auf gemeinsames Kochen oder Spielen verzichten.

Das müssen wir auch nicht: jede Zeitung lässt sich weglegen, jedes Gerät hat auch einen "Aus"-Knopf. Aus dem Internet kann man problemlos ausloggen. Obwohl ich jedes Medium für eine Art modernes Füllhorn halte, sehe ich doch auch die beständige Option: "Jetzt nicht! Ein anderes Mal gerne!"

Sabine Krenauer

Information in Hülle und Fülle:

www.dmoz.org/World/Deutsch/Medien

www.oingo.com/topic/64/64018.html

www.meome.de/app/de/portal_bookmark.jsp/56199.html