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Karl Ebinger schreiben

 

 

  Ein anderes Coming Out

Von Menschen, die ihre homosexuellen Neigungen veränderten

Der Therapeut Richard Cohen weiß, wovon er spricht. Er hat Männern und Frauen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen geholfen, die Ursachen für ihre Gefühle zu finden und einen Weg der Veränderung zu gehen. Am Anfang stand sein eigener Weg aus der Homosexualität. Er hat heute eine Familie mit drei Kindern. Über seine Erfahrungen und die erfolgreiche Arbeit mit Menschen, die den Willen hatten, ihre homosexuellen Neigungen zu verändern, berichtet er in seinem nun auch auf Deutsch erschienen Buch: "Ein anderes Coming Out".

Das Buch kommt zu einem kritischen Zeitpunkt in der Diskussion um das Thema Homosexualität im deutschsprachigen Raum. Cohen geht auf die tieferen Wurzeln für das Entstehen von gleichgeschlechtlichen sexuellen Neigungen ein, die viel mit den elementaren Erlebnissen und Beziehungen in der Familie zu tun haben. Insbesondere die Art der Beziehung zu Vater und Mutter oder vergleichbaren Bezugspersonen haben großen Einfluss auf die Entwicklung des Heranwachsenden. Öfters kommt es auch zu sexuellem Missbrauch im Kindesalter bei den Betroffenen. Eine wichtige Rolle spielt eine gewisse innere Isolierung des Betroffenen, die schließlich zu einer Entfremdung vom eigenen Selbst und von den sozialen Bezugspersonen führt.

In dieser Situation können die Bedürfnisse nach Liebe und Angenommensein eingeengt werden auf die Suche der Befriedigung in gleichgeschlechtlichen sexuellen Beziehungen. Der Autor beschreibt aus eigener Erfahrung, dass diese Art der Liebe oft zu suchtähnlichem Verhalten und zu einer gegenseitigen Abhängigkeit führt, die zwar kurze Höhepunkte ermöglicht, insgesamt jedoch von vielen Betroffenen als leidvoll erfahren wird.

Cohen hat sich darauf spezialisiert Homosexuelle zu betreuen, die den Wunsch hegen, ihre sexuelle Orientierung zu verändern. Er hat einen vielfach erprobten Therapieweg entwickelt, der im Buch überblicksweise dokumentiert wird. Darüberhinaus finden sich einzelne Lebensgeschichten von Betroffenen, die ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen verändern konnten und einen Weg aus der Homosexualität gefunden haben.

Ein eigenes Kapitel ist den Zielen und Strategien der Schwulenbewegung gewidmet und ihrer ideologischen Argumentation. Dieses Kapitel lässt vieles an der aktuellen Diskussion über Homosexualität in einem neuen Zusammenhang erscheinen. "Heute wollen Kirche und Gesellschaft die Fehler der Vergangenheit wieder gutmachen. (im Umgang mit Homosexuellen, Anm. d. Red.) Sie akzeptieren und gutheißen nicht nur die homosexuell lebende Person, sondern auch die homosexuellen Handlungen. Wieder wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Die Motivation ist zwar ehrlich, aber wenn wir die homosexuelle Praxis gutheißen und akzeptieren, verurteilen wir diese Männer, Frauen und Jugendlichen zu einem Leben voller Leid und unbefriedigter Sehnsüchte. Homosexualität erwächst aus zerbrochenen Beziehungen und muss in einer Umgebung der Liebe, der Hilfe und des Verstehens geheilt werden."
Karl Ebinger

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