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I. Verklärte Erinnerung Was hatte ich doch für eine stille Freude, als es mir
vergönnt war, meinen Ältesten so
interessiert lesen zu sehen. Stundenlang wälzte er sich in unserem
Mobilhome in Grado um doch immer wieder eine Liegeposition zufinden,
in der das Weiterlesen
II. Vorfreude : Kinovergnügen - 2:0 Als die Dampfwalze mit Harry-Potter-Werbung aller Art uns
auf den Film einzustimmen begann, da war eigentlich schon klar,
dass es auch der allerbeste Film der Welt schwer haben würde,
die immer noch größeren
Erwartungen zu erfüllen. Joanne K. Rowling hatte
wohl dem Mega-Sponsor Coca Cola die Zusage abgerungen, Lesungen
in eigenen Harry-Potter-Zelten zu veranstalten. Es blieb ein aufwendiger,
aber inmitten der Marketinglawine ein eher symbolischer
Gag. Trotzdem gab es mir das Gefühl, dass hier irgendjemand
sich bewußt war, dass man Harry Potter für die Leser retten
sollte. Diesen erkennbaren Bezug zu den Büchern, mit denen
alles begann, fehlte den Merchandising-Produkten.
Ich vermeinte blanke Angst zu erkennen, die Zielgruppe für das
Buch und diejenige für den Film könnten zusammen immer noch
nicht den nimmersatten Gewinnerwartungen entsprechen. Das Filmereignis selbst war dann eigentlich ein bisschen eingezwickt zwischen dem ebenfalls schon heftig beworbenen "Herr der Ringe" - Film und großer Vorsicht vor anscheinend zahlreichen "fundamentalistischen" Harry-Potter-Fans. Wären nicht diese unseligen Monsterankündigungen und der Mega-Medienwirbel, dann wäre aus dem wunderbaren Film noch ein ungetrübtes Filmvergnügen geworden. Für meinen Geschmack hätte man zwar dem Film ein bisschen mehr Eigenständigkeit gegenüber dem Buch einräumen können. Manche Szenen wirkten durch das Bemühen um Genauigkeit im Film ein wenig bremsend. Dafür fand ich die nicht zu aufdringlich gemachten Trickaufnahmen ganz ausgezeichnet. Auch dass Harry in dieser ersten Folge als Charakter noch etwas blass ausfällt, fand ich folgerichtig und konsequent. Auch Harries Freunde Ron und Hermine lassen für die kommenden Abenteuer noch einiges erwarten. III. Der nächste Harry Potter - wieder ein Buch Wenn nun einmal eine Sache so bekannt ist wie die Harry-Potter
Der überproportionale und in einem solchen Ausmaß nicht vorhersehbare kommerzielle Erfolg der Potter-Bücher muss aber nicht bedeuten, dass man nun nur noch auf den nächsten Band warten muss. Es ist vielmehr sehr gut, die einmal geweckte Neugier und jenes erstaunende Entdecken, wie es eben doch nur das Lesen vermittelt auch weiter zu fördern und zu pflegen. Neben den schon vielfach beschriebenen und gleichfalls verfilmten Tolkien - Büchern rund um den "Herr der Ringe" gibt es auch weniger bekannte Juwelen der Erzählkunst, die ebenfalls für alle Junggebliebenen ein köstliches Lesevergnügen bereit halten. IV. Zwei Kinder verbinden Welten-Die Trilogie des Philip Pullmann |
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Zu diesen Juwelen zählen sicherlich auch Bücher von Philip Pullmann, der mit seinen Büchern mit Leichtigkeit die Kluft zwischen Erwachsenenbuch und Kinderbuch überbrückt. Sein Buch "Der goldene Kompass" hat es zwar auch hier bis zum Insidertip gebracht, bekannter wurde aber vor allem der dritte Teil seiner Trilogie (2. Band - "Das magische Messer") mit dem Titel "Das Bernsteinteleskop". Im ersten Teil lernen wir das Mädchen Lyra kennen, das auf dem ehrwürdigen Jordan Collage unterrichtet wird. Das aufgeweckte Mädchen schnappt bald einige von den anfangs unverständlichen Wörtern aus der Welt der Erwachsenen auf, die zwar sehr harmlos klingen, aber anscheinend sehr große Bedeutung haben. So ist von einem "Staub" die Rede, dessen Bedeutung ihr immer mehr klar wird. Ihre Welt ist unserer doch sehr ähnlich, aber auch erschreckend verschieden. So hat jeder Mensch seinen zweites Ich, sein alter Ego in der Form eines zu ihm passenden Tieres immer bei sich und würde sich niemals von seinem "Dämon" trennen. Gerüchte um immer wieder aus dem Internat verschwindende Kinder bringen bald enorme Dramatik und Spannung in die Geschichte. Es soll eine Art Orden geben, der zu Versuchszwecken die Menschen gewaltsam von ihrem "Dämonen" trennt. Mehr und mehr erfährt Lyra auch von ihrer Herkunft und das mutige Mädchen findest sich mit ihrem Dämon Pantalaimon bald inmitten abenteuerlichester und gefährlichster Situationen wieder. Gepanzerte Eisbären, die uns Menschen sehr ähnlich sind, fliegende Hexen und menschliche Aussenseiter begegnen Lyra auf der Suche nach ihren eigenen Wurzeln und der Antwort auf ihre vielen Fragen. Immer mehr weiss sie sich aber mit einem außergewöhnlichen Instrument zu schützen, das von einem Gönner im Jordan Collage erhalten hat. Es kann, wenn man es nur versteht zu lesen, die Wahrheit anzeigen: ein Alethiometer - der goldene Kompass. Im zweiten Band "Das magische Messer" lernen wir Will kennen, der seine alleinstehende Mutter über alles liebt und in einer Welt lebt, die auf unerklärliche Weise von Lyras Welt völlig getrennt ist. Trotzdem ist er selbst aus einem ganz ähnlichen Holz geschnitzt wie Lyra, höchst aufgeweckt und interessiert. Auf abenteuerliche Weise wird er zum Träger des magischen Messers, das eine einzigartige Fähigkeit besetzt. Mit seiner Klinge kann er Löcher in andere Welten schneiden und dort hinüberwechseln. Auf diese Weise begnen sich Lyra und Will und finden in ständig weiteren Abenteuern ihre eigene Bestimmung heraus, die sich im dritten Band aufklärt. Sehr unüblich werden dort auch alle aufgeworfenen Fragen sorgfältig beantwortet. Nach einem aufwühlenden viele Kapitel lang sich weiter steigernden spektakulären und "actionreichen Showdown" klingt dieses Buch und auch die Trilogie sehr friedlich, einfühlsam und entspannend aus.
Wenn Sie noch nicht alle Harry Potter - Bände haben, hier zum Auffrischen:
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