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Filme
Topaktuell: Unser Redakteur Andreas Bauer
besuchte eine Pressevorführung des Films Star Wars II. Sie
können schon jetzt lesen, was ab 16. Mai in den Kinos auf uns
zukommt.
STAR WARS - EPISODE II
ATTACK OF THE CLONES
von George Lucas Ab 16. Mai im Kino * * * * 1/2
1972 hatte ein junger amerikanischer Filmemacher eine große
Vision. Er wollte eine Weltraumsaga machen. Der ultimative Kampf
zwischen Gut und Böse. 9 Teile sollten es werden. Nach jahrelangen
Verhandlungen bewilligten die Fox-Studios 8,5 Mill. Dollar Produktionskosten
für einen Film. George Lucas begann an seinem Traum zu arbeiten.
Und entschied sich, mit Teil 4 seiner Geschichte zu beginnen.
Der Titel des Films sollte "Star Wars" sein.
Das Geld reichte nicht. Der Visionär schnorrte, legte seine
eigene Gage in den Topf, verschuldete sich und improvisierte.
Für den Bau der Raumschiffmodelle wurden Abfall und Styropor
verwendet.
Er hatte jedoch eine Bedingung an das produzierende Studio. Er
wollte die Rechte an den Namen und an möglichen Fortsetzungen
haben. Dies wurde ihm gewährt, da niemand an den Erfolg dieses
Filmes glaubte. Erste Testvorführungen vor Freunden und Kollegen
waren entmutigend. Regisseure wie Francis Ford Coppola und Martin
Scorsesse bezeichneten den Film als Desaster und prophezeiten
einen Totalflop. Nur Stephen Spielberg ermutigte seinen Freund
George Lucas an seinen Traum festzuhalten.
Am 25. Mai 1977 startete "Star Wars" in 12 US-Kinos.
Die Kinobesitzer wollten den Film nicht haben, weil sie an dessen
Erfolg nicht glaubten. Das Puplikum überrannte jedoch die
Kinos. Ein Jahr später hatte der Film über 200 Millionen
Dollar eingespielt und war damit der erfolgreichste aller Zeiten.
Der Rest ist Geschichte. 1980 und 1983 folgten Teil 2 und 3 und
wurden nicht minder erfolgreich. Die "Star Wars" Reihe
besitzt bis heute einen Kultstatus der seinesgleichen sucht.
Vor 10 Jahren begann George Lucas mit den Vorbereitungen für
weitere Filme. Es sollte jetzt die Vorgeschichte verfilmt werden.
Teil 1-3. Die ersten 3 "Star Wars" Filme liefen immer
als Episode 4 - 6. 1999 startete schließlich "Episode
I - die dunkle Bedrohung" mit großem Getöse und
das Erstaunen war groß. Die Vision des Herrn Lucas scheinte
sich verändert zu haben. Der Traum vom Geld überwiegte
diesmal. Ein schwacher Film wurde begleitet von einer, noch nie
gesehenen, Marketing Kampagne welche die Welt mit Star Wars Produkten
überschwemmte. Von der Zahncreme bis zum Skateboard überall
prangte das "Star Wars" Logo. Es ging nicht mehr um
den Film, es ging darum, den Film und die Figuren zu verkaufen.
Allein Pepsi-Cola zahlte 50 Millionen Dollar nur für die
Erlaubnis, die Star Wars Figuren auf den Dosen abzubilden. Der
halbgare Film enttäuschte obendrein die eingefleischten Fans.
Schleppende Regie, flache Figuren und eine hohle Geschichte. Nur
die Spezial Effekte funktionierten, aber das reicht nicht, um
Magie auf die Leinwand zu zaubern.
Am 16. Mai startet jetzt der Nachfolger - "Episode II
- der Angriff der Klonkrieger". Zeitgleich in 40 Ländern.
Umso verhaltener ist im Vergleich dazu die Vorfreude entfacht.
Zweifel und Skepsis gingen durch die weltweite Fangemeinde. Hat
George Lucas am Ende den Bezug zu seiner eigenen Geschichte verloren?
Nach der erstens Sichtung des neuen Films kann jedoch aufgeatmet
werden. Der Film ist nicht nur gelungen, sondern ein wahres Vergnügen.
Lucas verzichtet diesmal völlig auf putzige Nebendarsteller
(für den Spielzeugmarkt), sondern konzentriert sich darauf,
die angerissene Geschichte zu entwickeln.
Die friedliche Republik ist durch Verschwörer bedroht. Auf
Senatorin Amidalla, welche eine wichtige friedensbewahrende Rolle
am politischen Parkett spielt, wird ein Attentat verübt.
Die beiden Jedi Ritter Obi Wan Kenobi und Anakin Skywalker werden
zu ihrem Schutz beordert. Ein weiterer Anschlag folgt und mündet
in eine unglaubliche Verfolgungsjagd, welche das "Pod-race"
aus Episode I in einen sehr dunklen Schatten stellt. Während
Obi Wan den Attentäter verfolgt und einer Verschwörung
gegen die Republik auf die Spur kommt, wird Anakin vom Jedirat
beauftragt Amidalla zu beschützen. Dieser verliebt sich verbotenerweise
in die Senatorin - Der Beginn vom Sündenfall, der aus dem
jungen Mann den bösen Darth Vader machen soll. Mehr soll
an dieser Stelle nicht über die Geschichte verraten werden.
In Episode II stehen die Jedi Ritter im Mittelpunkt und ihre
Rolle als Friedensbewahrer und das tut dem Film sehr gut. Es ist
auch mehr Platz für die Darsteller. Souverän wie immer
Samuel L. Jackson als Jedimeister und auch Ewan Mc Gregor geht
in seiner Rolle als Obi Wan Kenobi völlig auf. Es ist eine
Freude dem edlen Ritter zuzusehen.
Auch die Inszenierung ist nicht so zäh und behäbig wie
in Episode I. Die Befürchtung vieler Fans, dass die Liebesgeschichte
zwischen Anakin und der Prinzessin den Film dominieren wird, bewahrheitet
sich nicht. Lucas gibt zwar der Romantik den gebührlichen
Platz, setzt aber sonst auf Spannung und Action und treibt die
Helden durch ein Feuerwerk von Abenteuer und Gefahr. Höhepunkte
unter vielen sind der Zweikampf zwischen Obi Wan und dem Kopfgeldjäger
Jango Fett und die Schlacht der Jedi-Ritter gegen eine Übermacht
von Kampfrobotern.
Der einzige wirkliche Schwachpunkt des Films ist wieder die
Wahl der Schauspieler. Es ist völlig unerklärlich den
untalentierten Hayden Christensen mit der tragenden Rolle des
werdenden Darth Vaders zu besetzen. Hier krankt die Geschichte.
Christensen gelingt es einfach nicht, die Zerrissenheit der Figur,
welche langsam zur dunklen Seite der Macht hingezogen wird, zu
vermitteln.
George Lucas hatte selten eine glückliche Hand für Darsteller,
seine Stärken liegen in anderen Bereichen. Umwerfend auf
ein Neues die Bauten und die Spezielleffekte, hier scheint wahrlich
das Zuhause des George Lucas zu sein. Die Welten, die kreiert
wurden, sind wahrlich außerirdisch.
Mit Erleichterung lässt sich festhalten das George Lucas
das Träumen noch nicht verlernt hat. Episode II wird den
"Star Wars - Mythos" aufs Neue entflammen und das ohne
Spielzeug und Klim Bim. Diesmal reicht der Film.
Andreas Bauer
Die bisherigen Filme
STAR WARS - Episode IV - Eine neue Hoffnung 1977 * * * * 1/2
STAR WARS - Episode V - Das Imperium schlägt zurück
1980 * * * * *
STAR WARS - Episode VI - Die Rückkehr der Jediritter 1983
* * * *
STAR WARS - Episode I - Die dunkle Bedrohung 1999 * * *
Außerdem im Kino
"Showtime" von Tom Dey seit 12.4. * * * 1/2
Seit 20 Jahren belästigt uns Hollywood mit sogenannten
"Buddy-movies". Zwei unterschiedliche Polizisten, welche
sich anfangs natürlich nicht ausstehen können, müssen
zusammenarbeiten, streiten, lösen den Fall und werden schließlich
dicke Freunde.
Um so erstaunlicher, dass diese ausgelutschte Idee offensichtlich
immer noch funktionieren kann. Zumindest in "Showtime"
klappt es. Zum Großteil ist es jedoch der Verdienst der
Hauptdarsteller. Beide spielen ironisch mit ihrem Image. Eddie
Murphie spielt einen unfähigen Polizisten, der nur in einem
Bereich schlechter ist - in der Schauspielerei. Natürlich
träumt er davon, ein großer Schauspielstar zu werden,
Betonung auf Star. Robert de Niro mimt den korrekten Policeofficer,
der schon Schulkindern jegliche Illusion von einer besseren Welt
nimmt. "Der erste von Euch, der ein Gesetz bricht, kann sich
darauf verlassen, von mir persönlich eingesperrt zu werden",
predigt er der eingeschüchterten Klasse.
Beide werden von ihren Vorgesetzten gezwungen, bei einer Realityshow
mitzumachen. Big Brother bei der Polizei. Die Kameras verfolgen
die beiden ohne Unterbrechung bei ihrem Polizeialltag. Währende
Murphy die Angelegenheit als Chance auf die große Karriere
sieht und aus allem eine Show macht, sieht sich de Niro in seiner
Arbeit eingeschränkt und grantelt vor sich hin. Dann gibt
es noch Ex-Enterprise-Captain-Kirk William Shatner welcher beide
trainieren sollen. Köstlich die Szene, in der er dem mißmutigen
de Niro jegliches Talent abspricht. "Dieser Mann ist der
schlechteste Schauspieler, den ich je erlebt habe". Übrigens
spielt de Niro genüßlich mit seinem Image und parodiert
herrlich selbstironisch seine berühmte Spiegelszene aus Taxidriver.
So entspannt, erlebte man den Schauspielgiganten selten.
Die Geschichte um einen Waffendeal ist leider ein bißchen
zu entspannt und sehr dünn. Auch Rene Russo als Produzentin
der Show bleibt blaß und wird am Ende vom Drehbuch hängengelassen.
Wie auch die Chance aus dem Ansatz der Medienkritik mehr herauszuholen.
Regisseur Tom Dey hat offensichtliche Schwierigkeiten das Potential
der einzelnen Figuren auszubauen und die Handlungsstränge
konsequent zu Ende zu führen.
Trotz dieser Schwächen bleibt unterm Strich ein äußerst
unterhaltsamer Kinoabend mit spritzigem Dialogwitz und gut aufgelegten
Hauptdarstellern.
Ice Age (Computeranimation) seit Ostern in den Kinos *
* * *
Nach dem überragenden "Shrek" und der witzigen
"Monster AG" kommt bereits der nächste rein computeranimierte
Spielfilm. Diesmal haben die Fox-Studios die Nase vorn. "Ice
Age" heißt der neue Streich und begeistert wieder jung
und alt. Die Geschichte ist zwar einfach gestrickt, doch trotzdem
liebenswert. Ein Eichhörnchen, ein Mammut und ein Säbelzahntiger
nehmen sich eines Findelkindes an, um es in die nächste Menschensiedlung
zu bringen. Und das während der Eiszeit. Der Film ist vor
allem sehr temporeich, voller Action und sehr, sehr witzig. Guter
alter Slapstick unterhält 90 Minuten auf das Allerfeinste.
Also solange Disney immer noch im Kreativloch sitzt schadet es
nicht, bei der Konkurrenz vorbeizuschauen.
E.T.-der Außerirdische von Stephen Spielberg seit
April im Kino * * * (* *)
20 Jahre ist es her, dass der berühmteste Außerirdische
der Welt, Millionen auf der ganzen Welt zu Tränen rührte.
Die Geschichte hat bis heute nichts von seiner Magie verloren.
Also bringt Stephen Spielberg zum Jubiläum eine digital überarbeitete
Version neu in die Kinos (hat ja auch bei Star Wars funktioniert).
Der Soundtrack digital überarbeitet - toll. Das Bild ordentlich
durchgeputzt - fein. Nur das herumpfuschen an der Geschichte und
den Dialogen hätte sich Mr. Spielberg sparen können.
George Lucas hat bei der Überarbeitung seiner "Star
Wars" - Trilogie zwar auch alles digital überarbeitet
und sogar entfallene Szenen eingefügt, war jedoch klug genug,
das bereits Bekannte unverändert zu lassen. Ein paar Geschmacksverstärker,
jedoch keine Veränderung am Rezept für die Torte.
Spielberg glaubt nicht mehr an das ursprüngliche Rezept.
Er veränderte sogar Dialoge, die er nicht mehr für zeitgemäß
hält. Im Original sagte die Mutter noch zu ihrem Sohn "Du
kannst dich doch nicht als Terrorist für die Party verkleiden".
Das geht natürlich heute nicht mehr. So wird das Wort Terrorist
durch Hippie ersetzt. Es mag auch am 11. September liegen, dass
die Waffen der Polizisten sich durch digitale Technik in Funkgeräte
verwandelt haben. Alles nur Kleinigkeiten? Eben nicht, was bleibt
ist ein übler Nachgeschmack. E.T. ist ein Film aus dem Jahr
1982 und reflektiert eben unser gesellschaftliches Empfinden zu
dieser Zeit, und das tut er jetzt nach diesen Veränderungen
nicht mehr. Was kommt als nächstes? Wird aus den "Indiana
Jones" Filmen die Peitsche entfernt, weil es nicht opportun
ist, mit Moslems zu kämpfen?
Schade das Spielberg an die Kraft und Magie seines eigenen
Werkes nicht mehr glaubt.
Stick to the Original.
Andreas Bauer
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