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Vor einiger Zeit habe ich die Geschichte des Jungen Pedro gelesen. Ich kann nicht sagen, ob er die beschriebene Lebenssituation tatsächlich erlebt hat. In jedem Fall ist sie jedoch lehrreich und ermutigend. Pedro dachte an die Zukunft. Er hatte einen Traum. Gemeinsam mit seinem Vater arbeitete er auf einem Gut, wo Rennpferde betreut wurden. Er bewunderte die majestätischen Tiere, sah zu, wie sie trainiert wurden und bei Rennen an den Start gingen. "Ich werde einmal selbst solche wunderbaren Pferde besitzen", sagte er zu sich selbst. Eines Tages wurde in seiner Klasse vom Lehrer ein Aufsatzthema vergeben. Die Schüler sollten ihren Zukunftstraum beschreiben und was sie einmal werden möchten. Pedro überlegte kurz und begann zu schreiben. "Ich werde in Zukunft der Besitzer eines Reitstalles mit Rennpferden sein." Er machte sich detaillierte Gedanken, was dazu nötig sei. Je mehr er darüber nachdachte, desto inspirierter wurde
er. Er beschrieb die Stallungen der Pferde. Über jeder Box
stand der Name des Pferdes in bunten Lettern: Vorwärts, GoGetter,
Wendy, Jumper, Superchamp ... Pedro schilderte die Arbeit der
Pferdepfleger und der Trainer. Als er fertig war, legte er seinen Aufsatz freudestrahlend auf den Tisch des Lehrers. Nach ein paar Tagen bekam er die korrigierte Arbeit zurück. Zu seiner Bestürzung wurde die Arbeit mit "Nicht genügend" beurteilt. Sein Lehrer sagte zu ihm: "Du hast dich sehr bemüht. Aber dein Aufsatz ist nicht realistisch. Du bist arm, gehörst einer Minderheit an und wirst es nie schaffen, einen eigenen Reitstall zu besitzen. Gehe nach Hause und setze Dir ein realistisches Ziel für Dein Leben und schreibe darüber." |
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Völlig geknickt ging Pedro nach Hause. Er setzte sich an seinen Tisch, rang mit sich selbst, wälzte verschiedene Gedanken. Er schrieb einige Zeilen, stockte und warf das Blatt in den Papierkorb. Dann gab er sich eine Ruck und schrieb seine Geschichte in einem Zug durch. Wieder gab er sie dem Lehrer. Schon am nächsten Tag rief ihn der Lehrer zu sich. "Du
hast ja denselben Aufsatz geschrieben wie beim ersten Mal. Ich
kann dir keine bessere Note geben." Pedro schaute dem Lehrer
etwas unsicher ins Gesicht und antwortete: "Herr Lehrer,
ich habe es mir nicht einfach gemacht und viel nachgedacht. Letztlich
kam ich aber zu einem Entschluss: Sie können Ihre Fünf
behalten und ich behalte meinen Traum." Karl Ebinger
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