Auf den nachfolgenden Links erhalten Sie weiterführende Informationen über die vorgestellten Filme:

 about a boy

 

road to perdition

 

Stuart Little II

 

Der Anschlag

 

Ratrace


About a Boy
von Chris & Paul Weitz * * * * ½ seit August

Der englische Autor Nick Hornby hat die Welt mit äußerst unterhaltsamen Büchern über Fußballwahn (Fever Pitch) und Musikfreaks (High Fidelity) beglückt. Auch die Verfilmungen sind recht passabel gelungen. Besonders "High Fidelity", vor zwei Jahren mit John Cusack verfilmt, erfreut heute noch Cineasten und Kenner.

"About a Boy" ist Hornby`s dritter Roman und wurde jetzt auf Zelloluid gebannt. Wieder mal gekonnt. Die Engländer schaffen es ein weiteres Mal durch spritzige Dialoge und lebendige Darsteller ein Kinoereignis zu kreieren, das ohne Spezialeffekte und Aktion auskommt.

Hugh Grant spielt den arroganten, selbstsüchtigen Nichtstuer Will, der auf der Suche nach alleinstehenden Müttern den 12 jährigen Marcus trifft. Es entwickelt sich zaghaft eine Beziehung, welche in eine Freundschaft mündet, die das Leben beider nachhaltig ändern wird. Dem Film gelingt das seltene Kunststück, die Wandlung eines Menschen zum Besseren zu zeigen ohne Schmalztopf und ohne Kitsch. Schön.

Road to Perdition
von Sam Mendes * * * * 1/2 seit 6. September

Der gute Mensch Tom Hanks - wahrscheinlich der bravste aller Amerikaner (aller Menschen?) - spielt einen Killer. Geht das, und kann er das? Zweimal laut JA, lautet die Antwort. Natürlich geht das - ausgezeichnet geht es. Und Hanks kann es nicht nur, er steuert zielsicher seinen dritten Oscar an. Das ist auch der Regie von Sam Mendes (American Beauty) zu verdanken, der es schafft, Raum für komplexe Charaktere zu schaffen und mit seinen kalten Bildern und der stoischen Kamera eine unglaubliche Atmosphäre hervorzubringen.

Hanks spielt einen Familienvater, der in Amerika in den 30igern sein Geld als Killer für die irische Mafia verdient. Zu dumm nur, dass seine Familie nichts von seiner Profession weiß. Hanks macht einen Fehler, der dazu führt, dass seine Frau und sein Sohn selbst Opfer der Mafia werden. Konfrontiert mit seinem Zorn und seinem Rachedurst und auch mit seinem überlebenden Sohn, der seinen Vater in einem neuen Licht betrachtet, versucht er eine Lösung zu finden, die es nicht mehr geben kann.

Hanks verkörpert die Zerrissenheit eines Vaters, der auch nur das Beste für seinen Sohn will, jedoch seine Lebenslüge nicht mehr korrigieren kann und die fehlende Beziehung nicht mehr aufholen kann - erschütternd lebensnah. Und wäre dem nicht schon genug, trohnt über all dem der großartige Paul Newman, der als Mafiapate erneut beweist, dass er zu den größten Schauspielern aller Zeiten gehört. Ein superbes Meisterwerk.

Stuart Little 2
von Rob Minkoff * * * seit 29.8.

Als Pflichtfilm wird Stuart Little wahrscheinlich bei Kindern bis 10 Jahren gelten. Die Fortsetzung der Abenteuer des Nagers sind aufs Neue allerliebst zu verfolgen. Der Film ist lustig, temporeich und voller Action. Leider fehlt die Originalität des Originals und die Ideen wirken auch schon ein wenig abgestanden. Für einen Kinobesuch mit der Familie, wenn es draußen wieder mal regnet, reicht es allemal

Der Anschlag
von Phil Alden Robinson * * * 1/2 seit August

Vor 10 Jahren schrieb Tom Clancy das Buch "The Sum of all Fears", in dem islamische Terroristen mit einer Atombombe ein Fußballstadion in Amerika in die Luft sprengen. Der Film zum Buch wurde bereits im Sommer 2001 abgedreht und aufgrund der dramatischen Ereignisse am 11. September verschoben. Die Realität hat das Kino überholt.

Ben Affleck spielt (leider farblos) den jungen CIA-Analytiker Jack Ryan, der eine Verschwörung österreichischer (?) Nazis (keine Moslems) aufdeckt, welche durch einen atomaren Anschlag einen Weltkrieg auslösen wollen. Nach dem Anschlag überschlagen sich die Ereignisse. Die Amerikaner wie auch die Russen versuchen hektisch herauszufinden, wer hinter dem Attentat steckt.

Natürlich sind die Russen verdächtig, was zur amerikanischen Mobilmachung führt. Die Russen stehen in dem nichts nach und beginnen die roten Knöpfe zu drücken. Diese Szenen gehören zu den spannendsten, die das Kino zu bieten hat. Wir erleben, was an den Schaltknöpfen der Macht vorgeht. Die Präsidenten umgeben von Beratern und Kriegstreiber müssen anhand spärlicher Informationen Entscheidungen treffen, welche weitreichende Konsequenzen haben werden. Ein sehenswerter Film - nicht nur wegen des aktuellen Bezuges.

Rat Race
von Jerry Zucker * * * seit 29.8.

Regisseur Jerry Zucker bescherte uns mit Komödienkrachern wie "Top Secret" und "Die Nackte Kanone". Das ist jetzt 10 Jahre her. Trotzdem ist es ein sehr lustiger Film über ein Wettrennen, angelehnt an den Spencer Tracey Klassiker "Eine total, total verrückte Welt". John Cleese spielt einen exzentrischen Millionär, welcher einen Preis von 2 Millionen aussetzt - für den Sieger eines Rennens quer durch die USA. Genug Platz für Slapstick und aller Arten von menschlichen und anderen Katastrophen. Nicht nur Liebe auch die Gier nach Geld macht blind.



  

Andreas Bauer