Wie die neuen Väter handeln
Soziale Kompetenz wird wichtigerUnsere Gesellschaft befindet sich in einem Veränderungsprozeß, der von manchen Soziologen als Aufbruch in die "Postmoderne" bezeichnet wird. Aus psychologischer Sicht ist dabei besonders der behauptete Individualisierungstrend beachtenswert, wonach in unserer Zeit das einzelne Individuum einen bisher nie erreichten Stellenwert in der Gesellschaft erreicht habe. Dies hat entscheidende Auswirkungen für das Leben in Familie und Gesellschaft.
Einen wichtigen Einschnitt in der gesellschaftlichen Entwicklung brachte der Wandel der weiblichen Normalbiografie, der in der westlichen Gesellschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann und sich vor allem ab den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts in beschleunigtem Tempo fortsetzte. Jahrhundertelang waren z.B. die Rechte und Pflichten als Eltern eindeutig zwischen Vater und Mutter aufgeteilt. Der Vater brachte das Geld nach Hause und sprach höchstens mal ein Machtwort, die Mutter führte den Haushalt und war für die Erziehung der Kinder zuständig.
Die Frauen zeigten sich immer weniger bereit, ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen hinter die des Mannes zu stellen. "Wir Frauen bekommen zwar die Kinder, aber ich muß doch nicht, weil ich als Frau geboren bin, mit dem Haushalt und der Kindererziehung zufrieden sein. Ich möchte Kinder haben, aber ich will auch etwas tun, was meinen Begabungen und Interessen entspricht. So wie mein Mann das tut". So denkt heutzutage die Mehrzahl der Frauen.
Die Teilnahme der Frau am Berufsleben hat allerdings nicht dazu geführt, daß im selben Ausmaß sich die Männer bei der Arbeit im Haushalt und bei der Kindererziehung beteiligen. Es ist heute fast immer noch die Frau, die ihren Beruf aufgibt oder unterbricht wenn Kinder geboren werden, bzw. die Doppelbelastung von Beruf und Familie auf sich nimmt.
Allerdings wird in vielen neueren soziologischen Studien und familienpsychologischen Untersuchungen deutlich, daß es eine Subgruppe von Vätern gibt, die sich in ihren Persönlichkeitseinstellungen essentiell von der älteren Generation unterscheiden (vgl. Petzold, 1998). Diese "Neuen Väter" nehmen Anteil an der Schwangerschaft ihrer Partnerin, sie engagieren sich schon bei der Geburtsvorbereitung wie auch während der Geburt, und sie weisen ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen für Kinder auf.
Die Männer sind herausgefordert zu einem neuen Verständnis ihrer eigenen Rolle und zu einem entsprechenden Verhalten zu finden. Erst dann können sie als Partner von Frauen bei der Umsetzung einer globalen Perspektive in Familie und Gesellschaft beitragen.
Männer auf der Suche nach Neuorientierung
Wie sehr der Umgang mit dem Kleinkind vordergründig Frauensache ist, zeigt, daß spezifische Angebote für Väter in der nachgeburtlichen Lebensphase wie Krabbeltreffs, Babymassagen u.a. kaum zu finden sind. Während Frauen in diesem Arrangement ihre
Bedürfnisse, Erfahrungen, Themen und ihr weibliches Erleben repräsentiert finden, müssen Männer ihre Rolle erst finden. Dies setzt ein klares Bewußtsein der eigenen Bedürfnisse voraus und innere Sicherheit in der eigenen Rolle. Dies kann bei vielen heutigen Vätern aus verschiedenen Gründen nicht vorausgesetzt werden.
Sie befinden sich im Stadium der Suche nach einer eigenständigen Vateridentität, weil das eigene Vatervorbild entweder fehlt, bewußt verneint, bzw. für die heutige Situation keine angemessene Orientierung mehr bereitstellt.
Mannsein und Vatersein können heute in einen schwer zu überbrückenden Gegensatz geraten, weil sich väterliche und männliche Verhaltenserwartungen nicht ohne Konflikte und Brüche vereinbaren lassen. Während z.B. zum Mannsein die Priorität des Berufes zentral dazugehört, bedeutet Vatersein im heutigen Verständnis ein emotional und zeitlich präsentes Gegenüber für das Kind zu verkörpern und eine gelungene Balance von Beruf und Beziehungsarbeit herzustellen. Vartersein ist nicht mehr selbstverständlich integriert in Mannsein, sondern zu einer Nebenrolle im Leben des Mannes geworden.
Die Beschäftigung mit sich selbst, mit dem eigenen inneren Erleben, mit der Paarbeziehung, mit widersprüchlichen Gefühlen und der bisher vielleicht nicht hinterfragten Selbstverständlichkeit des eigenen Mannes ist ungewohnt und verunsichert und führt nicht selten zu innerer Abwehr. Viele Männer wollen heute nicht mehr nur Brotverdiener sein, sondern auch an den Familienaufgaben partizipieren (Fthenakis, Minsel & Deppe, 1998). Interessant ist zu fragen, welche Werteorientierung ist bei jenen Männern vorhanden, die diese Einstellung zum Ausdruck bringen?
Eine Studie (Strümpel et a1., 1988) mit 450 Vätern, die ihre Erwerbstätigkeit freiwillig eingeschränkt hatten und zwar zugunsten der Erwerbstätigkeit der Partnerinnen und der eigenen vermehrten Beteiligung an der Kindererziehung, wurde "beruflich Erfolg haben", "ein eigenes Haus besitzen", "sich etwas leisten können" deutlich seltener als im Bevölkerungsdurchschnitt
geäußert. Dagegen wurden vergleichsweise "Selbstverwirklichung", "für andere da sein", "sich für seine gesellschaftspolitischen Überzeugungen einsetzen" sehr viel häufiger positiv beantwortet. Außer dem Wunsch, sich selbst für die Betreuung und Erziehung der Kinder einsetzen und der Partnerin Berufstätigkeit ermöglichen zu wollen, kam laut Studie hinzu, daß die Mütter ihrerseits sehr stark den Wunsch ihrer Männer unterstützten, die Erwerbstätigkeit einzuschränken d.h., von ihnen ging sehr viel Entscheidungshilfe aus.
Die Bedeutung der Väter für die Entwicklung der Kinder
Väter schreiben sich herkömmlicherweise selbst oft keinen großen Einfluß auf die Entwicklung des kleinen Kindes zu, im Vergleich zum angenommenen Einfluß der Mutter. Auch von den klassischen Zweigen der Entwicklungspsychologie wurde ihnen ein bedeutender Einfluß nicht zugeschrieben einfach auch weil er noch nicht untersucht war. Erst Mitte der sechziger Jahre haben amerikanische Psychologen begonnen, die Interaktion zwischen Vätern und Kindern zum Forschungsgegenstand zu erheben. Wie Zusammenfassungen des Forschungsstandes zur Vaterthematik zeigen (Fthenakis, 1988a; Schütze, 1989), mußten herkömmliche Annahmen zur unterschiedlichen Bedeutung frühkindlicher Beziehungen zu Müttern und Vätern aufgegeben werden. Die Entwicklung des Kindes wird nicht nur über seine Beziehung zur Mutter in der frühen Kindheit geradezu geprägt, wie die orthodoxe Psychoanalyse und die von ihr weitgehend bestimmt gewesene Entwicklungspsychologie behaupten. Vielmehr wird die Entwicklung des Kindes sehr stark von Einflüssen, die der Vater vermittelt, mitbestimmt. Das zeigt sich in Studien über negative Konsequenzen für Kinder, wenn deren Väter für das Kind gar nicht oder nur eingeschränkt verfügbar waren, sowie in Untersuchungen, die die Beziehung des Kindes zum Vater direkt erfaßten.
Sicher ist es ein großes Glück, wenn die Frau den Kindern trotz des Ausfalls des Vaters eine gute Mutter sein kann. Aber es wird immer deutlicher: Noch wichtiger als die Zweierbeziehung MutterKind ist die funktionierende Dreierbeziehung VaterMutterKind für das Gedeihen des Kindes. Die Zweierbeziehung MutterKind ist sicher von fundamentaler Bedeutung, sie braucht aber, um zu gedeihen, den Dritten, in der Regel eben den Vater. Aus sich heraus tendiert die Zweierbeziehung zu allzu enger Bindung, die Besitzansprüche, Überforderung, Unselbständigkeit und oft auch als Gegenreaktion Rebellion und Feindseligkeit erzeugt. Der Dritte lockert die Zweierbeziehung immer wieder auf, bringt verhärtete Fronten wieder in Bewegung, bietet Alternativen und Unterstützung an, wenn einer in der Zweierbeziehung in einen Engpaß geraten ist. Ausschließliche Zweierbeziehungen stehen in der Gefahr, sich in sich festzufahren. Der Dritte relativiert, springt ein, vermittelt, zeigt Alternativen auf und ermöglicht so dem Kind die lebendige Erfahrung: Es gibt kein "EntwederOder", es gibt immer noch eine "dritte Lösung" im Leben. Somit bedeutet vor allem in der heutigen Kleinfamilie, in der meist kein Ersatz vorhanden ist , das Ausfallen des Vaters einen großen Nachteil für das Kind, auch wenn die Mutter es noch so gut macht. Das ganze Spektrum von Beziehungs und Wahlmöglichkeiten, welche die nahe zweite Bezugsperson des Kindes, der Vater, anzubieten hätte, fällt in seinem Erleben weg, wenn der Vater nicht präsent ist, bzw. sich nicht auf die Erziehungsaufgabe einläßt.
Die spezifische Vater-Tochter und die spezifische Vater-SohnBeziehung
Für die Tochter ist der Vater der erste Repräsentant des anderen Geschlechts. An seiner liebevollen Zuwendung und an seiner Freude an ihr erlebt sie sich zum ersten Male als attraktiv und als liebenswert für einen Vertreter des anderen Geschlechts. Sie erlebt sich an ihm selbst als etwas anders, und wenn er darauf positiv reagiert, erlebt sie sich in dieser Verschiedenheit als etwas Erfreuliches, Wertvolles, Schönes. Darum soll sich die Liebe der Tochter zum Vater auch voll entfalten können, und in dem Maß, in dem der Vater imstande ist, diese Liebe anzunehmen und zu erwidern, wird die Tochter später mit Selbstbewußtsein und Zuversicht anderen Männern begegnen können. Wenn der Vater eine lebendige und befriedigende Beziehung zu seiner Frau hat, ist die Angst unbegründet, daß daraus eine allzu enge und erotisch aufgeladene Beziehung in Konkurrenz zur Mutter werden könnte. Diese Gefahr besteht nur dann, wenn die Beziehung des Elternpaares emotional ausgetrocknet ist. Nur dann entsteht jener Sog, dem sich die Tochter nicht entziehen kann.
Für den Sohn wiederum ist eine gute und intensive Beziehung zum Vater wichtig, weil er in ihm den Gleichen und das gleiche Geschlecht erlebt. Der Sohn erfährt im Vater die eigenen Möglichkeiten des Männlichen, und der Vater ist für ihn das erste männliche Leitbild. Eine vorwiegend feindselige Beziehung zu ihm und andauernde Konkurrenz mit ihm fügen dem Sohn darum einen schweren Schaden für seine Orientierung zu. Wenn es dem Vater nicht gelingt, eine tragfähige Beziehung zum Sohn herzustellen, dann macht er es ihm sehr schwer, nicht in eine zu enge Beziehung zu seiner Mutter hineingezogen zu werden. Ist der Sohn vorwiegend ein Muttersohn, wird er später Probleme haben, ein Leben als ein eigenständiger Mann zu führen.
Speziell wichtig scheint mir zu sein, daß Väter bei ihren Söhnen den Bereich der Zärtlichkeit und des Körperkontakts nicht nur den Müttern überlassen. Jungen brauchen es, den Vaterkörper zu spüren. Am Vaterkörper vergewissern sie sich auf eine liebevolle und kraftvolle Weise ihrer eigenen männlichen Körperlichkeit und das werden sie später im Umgang miteinander und mit Frauen sehr gut brauchen können.
Ein guter Vater ist ein aktiver Partner der Mutter
Eine Frau, die sich für die Rolle der Mutter entschieden hat, möchte in der Regel eine gute Mutter sein. Eine wertvolle Unterstützung in der Erziehungsaufgabe ist nicht nur, wenn der Vater sich ebenso in die Erziehung der Kinder investiert, sondern wenn er auch als Partner seiner Frau sichtbar und spürbar ist. Was Kinder am allernötigsten brauchen, um sich in der Familie wohlzufühlen, ist die Erfahrung, daß sie einen Vater haben, der ihre Mutter liebt. Dazu gehört, daß sie zuweilen sehen, wie der Vater die Mutter in die Arme nimmt und küßt. Dazu gehört auch, daß sie erleben, daß er ihnen Grenzen setzt, wenn er jetzt mit der Mutter und nur mit ihr allein zu tun haben möchte. Es ist für die Kinder gut, auf diese Weise ganz konkret zu erleben, daß die Liebe zwischen Mann und Frau das eigentliche Fundament des Familienglücks ist.
Kindern gibt es außerdem Sicherheit, wenn sie erleben, daß es zwischen den Generationen Grenzen gibt, die zu respektieren sind. Gerade hier ist eine Aufgabe für den Mann. Die Frau ist in der Regel mehr ins Familiengeschehen verwickelt als der Mann, er hat mehr Abstand und könnte ihr somit helfen, einen solchen auch wieder für sich zu gewinnen, damit sie nicht wie leicht geschehen kann in den tausend kleinen Haushaltsdingen und Kinderangelegenheiten vollends versinkt. Sie braucht ihn auch, um wieder zu merken, daß sie nicht nur Mutter sondern auch begehrenswerte Frau ist. Dies wird sie aber nur, wenn sie von ihm die entsprechende Signale bekommt: Zärtlichkeiten, kleine Aufmerksamkeiten, Komplimente u.a.m.
Väterlichkeit als ein spezifischer Reifungsschritt zum vollen Mannsein
Es gibt unter Männern kaum ein Bewußtsein davon, daß das Vatersein den Mann in der Entwicklung seiner spezifisch männlichen Qualitäten voranbringen und so sein Leben bereichern, vertiefen und mit Sinn erfüllen könnte. Zahlreiche Männer erreichen Väterlichkeit im seelischen Sinn selbst dann nie, auch wenn sie mehrere Kinder in die Welt gesetzt haben. Sie bleiben ein Leben lang "Helden", die damit beschäftigt sind zu kämpfen und von einer Aufgabe zu anderen zu jagen, und die dann zu Hause nicht väterlich geben können, sondern von der MutterFrau versorgt und wieder aufgebaut werden wollen und dadurch nicht selten mit ihren eigenen Kindern in Konkurrenz geraten.
Was bedeutet es im einzelnen für den Mann, den männlichen Qualitäten in seinem Leben noch die väterlichen hinzuzufügen? Ganz allgemein kann man sagen: Es bedeutet geben zu können, ohne sogleich wieder dafür nehmen zu müssen, was typisch für Elternschaft überhaupt ist. Kinder dagegen dürfen und sollen in erster Linie nehmen, ohne geben zu müssen. Unter Erwachsenen Partnern ist das Verhältnis von Geben und Nehmen wieder anders: Hier ist ein ausgleichendes Wechselspiele von Geben und Nehmen notwendig, damit die Beziehung ausgeglichen und lebendig bleibt. Dieses väterliche Geben ist eine Fähigkeit, die über die heldischen Fähigkeiten hinausführt. Der Held nimmt und erkämpft sich, was er braucht. In gewissem Sinne ist er egoistisch. Er ist ständig mit dem Ausbau der Position, mit Kämpfen und Siegenmüssen beschäftigt. Zum reifen Mann gehört, daß er aus seinem Reichtum heraus geben kann und darin Sinn findet.
Zur Väterlichkeit gehört auch das Element des fürsorglich Fördernden und das Element von Gesetz und Ordnung. Der Held kämpft für sich oder auch für eine Idee, eine Sache. Der Schritt zum Vater ist dadurch gekennzeichnet, daß er fähig wird, als Person zurückzutreten. Es geht ihm mehr und mehr um die anderen, die Jungen, die Nachkommen. Diese fördert und fordert er, damit sie ihr Potential entfalten können und auf die Dauer ebenfalls in die väterliche Aufgabe hineinwachsen. Dabei ist es ebenso wichtig, zu unterstützen, ermutigen, Schutz und Fürsorge anzubieten, wie auch sich mit den Jungen zu reiben, ihnen Grenzen und Orientierungspunkte zu setzen. Er muß fähig sein, ihnen solche Ecken und Kanten zu bieten, auch wenn das harte Auseinandersetzungen und Konflikte zur Folge hat. Wenn die fordernde mit einer fördernden Haltung gut ausbalanciert ist, trägt sie wesentlich mit dazu bei, daß junge Leute eigenständig werden, auch dadurch, daß sie sich gegen die Richtlinien und Orientierungspunkte des Vaters auflehnen können und gerade so zu einer eigenen Position finden. In beiden Aspekten, im Fördern und im Fordern, geht Väterlichkeit über die private Vaterrolle in der Familie hinaus. Vorgesetzte und Führungskräfte brauchen in diesem Sinne auch "Väterlichkeit", um ihrer Aufgabe auszufüllen. Viele Männer sind allerdings mit einer solchen Aufgabe überfordert, bzw. so sehr damit ausgelastet, daß ihnen keine Energie für die private Vaterrolle mehr zur Verfügung steht.
Männer als Partner für Frauen in der Gesellschaft
In der traditionellen Rolle war oder ist der Vater als Oberhaupt der Familie vornehmlich mit der Aufgabe der Sicherung der finanziellen Basis und der Vertretung der Familie nach außen beschäftigt und hatte oder hat innerhalb des familiären Gefüges Anspruch auf emotionale Geborgenheit. Gegenüber Kleinkindern stand der traditionelle Vater nicht in der alltäglichen Verantwortung, vielmehr hatte er sich erst im Schul und Jugendalter um die Festsetzung der Rahmenbedingungen für die Leitungsentwicklung und die Lebenslaufplanung seiner Kinder zu kümmern.
Die Bereitschaft von Männern, stärker familienorientiert zu sein und sich an der Kindererziehung zu beteiligen, bedeutet allerdings nicht, eine Mutterkopie zu werden, sie abzulösen, bzw. zu ersetzen. Es bedeutet in der Familie als Mann und Vater in der Beziehung zur Partnerin und zu den Kindern erfahrbar und emotional präsent zu sein und Kinder in den verschiedenen Lebens und Entwicklungsphasen mit ihrem spezifisch männlichen Erfahrungshintergrund anteilnehmend zu begleiten.
Viele Breiche der Gesellschaft, wie Politik und Wirtschaft waren lange Zeit reine Männersache. Genauso wie in der Familie der Vater seine spezifisch männlichen und väterlichen Aspekte einbringen muß, geht es bei der Beteiligung von Frauen in den gesellschaftlichen Bereichen nicht darum, daß sie dort eine Männerkopie werden, sondern daß sie ihre spezifisch weiblichen und mütterlichen Aspekte und Fähigkeiten einbringen. Es geht meiner Meinung nach nicht nur um eine Quotenregelung, sondern zusätzlich um eine inhaltliche Diskussion, wie Männer und Frauen in Familie und Gesellschaft ihre spezifischen Aspekte in sich ergänzenden Weise verwirklichen können. Die anstehenden gesellschaftlichen Aufgaben werden ein partnerschaftliches Zusammenwirken von Frauen und Männern dringend brauchen.
Siegfried Klammsteiner
Literatur:
Bullinger, H. (1997). Wenn Männer Väter werden. Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach im Erleben von Männern. Überlegungen Informationen Erfahrungen. Überarbeitete Fassung. Reinbeck: Rowohlt. Fthenakis, W., Eckert, M., von Block, M. in Auftrag des Deutschen Familienverbandes (Hrsg.) (1999). Handbuch Elternbildung, Band 1: Wenn aus Partnern Eltern werden. Opladen: Leske und Budrich. Petzold M. (1999). Entwicklung und Erziehung in der Familie. Familienpsychologie im Überblick. Hohengehren: Schneider Verlag. Jellouschek, H. (1996). Mit dem Beruf verheiratet. Die Kunst, ein erfolgreicher Mann, Familienvater und Liebhaber zu sein. Stuttgart: KreuzVerlag.