Kinder sind heute in einer speziellen Situation. Sie lesen viel
und zugleich auch wenig. Sie lesen im Vorbeigehen aber nicht zur
tieferen Beschäftigung mit einem Thema. Sie werden den ganzen
Tag über mit Information überhäuft. Da gibt es
die Werbeplakate, die Postwurfsendungen mit den verlockenden Produkten.
Gelesen und analysiert wird das Fernsehprogramm, dazwischen mischen
sich Musikzeitschriften, die über "Stars" berichten
und deren Lebensstil.
Auf der anderen Seite ist für viele Kinder das Lesen von
guten Kinderbüchern kaum mehr gefragt. Die Eltern haben zu
wenig Zeit und Muße, um ihren Kindern etwas vorzulesen,
der Fernseher ist oft eine übermächtige Konkurrenz.
Trotzdem hat das Lesen phantasievoller, lehrreicher oder einfach
spannend unterhaltsamer Texte eine wichtige Funktion für
die Entwicklung unserer Kinder. An dieser Stelle fragen sich Eltern:
"Welche Bücher soll ich meinen Kindern empfehlen? Sie
kramen in der Erinnerung, denken an Bücher, die sie selbst
mit Begeisterung in ihrer Kindheit verschlungen haben.
Hilfreich wäre eine Zusammenfassung guter Kinderbücher,
in der die Bücher dem Alter und der Entwicklungsstufe der
Kinder zugeordnet werden. Gibt es so etwas? Ja, durchaus und sogar
als neu erschienenes Buch.
Susanne Gaschke, Journalistin der Wochenzeitschrift "Die
Zeit" berichtet über ihre Reise zu den besten Kinderbüchern.
Sie verweilt bei den einzelnen Büchern, charakterisiert sie
kurz, empfiehlt, was für welche Altersstufe gut sein könnte
und das unter dem Titel: "Hexen, Hobbits und Piraten - Die
besten Bücher für Kinder."
Wer erinnert sich noch an: "Die kleine Raupe Nimmersatt"
oder an "Pu der Bär" ? "Wir Kinder aus Bullerbü"
von Astrid Lindgren ist genauso vertreten wie die Geschichte von
"Mary Poppins" und Erich Kästners "Pünktchen
und Anton".
Die literarische Reise führt uns weiter zu "Der Hobbit"
von J.R.R. Tolkien, wir begegnen dem Waisenkind "Momo"
und hören über Karl Mays "Der Schatz im Silbersee".
Für die heranwachsenden Jugendlichen gibt es dann "Der
Trotzkopf", "Oliver Twist" oder "Gullivers
Reisen" von Jonathan Swift.
Susanne Gaschke hat in ihrem Buch eher das klassische Erbe der
Kinderlitartur beleuchtet und mit persönlichen Kommentaren
versehen. Es fließt ein, wie ihre Tocher die eine oder andere
Geschichte beurteilt. Die Kinder, die zu diesen Büchern Zugang
finden, werden letztlich entdecken: Toll, was in den "alten
Schinken" so drinnensteckt.
Karl Ebinger