Vom Diesseits und Jenseits
Die Platten des Jahres 2003
0. Johnny Cash / Unearthed
Das scheinbare Vermächtnis wurde bereits vor dem Tod des
großen Mannes in Schwarz compelliert und läuft natürlich außer
Konkurrenz. Ein vergleich dieser Musik mit anderer wäre vermessen.
Johnny Cash`s Musik der letzten Jahre war jenseitig - nicht
von dieser Welt. Er stand einsam und allein in der Fähigkeit
Glaube, Liebe, Schmerz, Leid und dem Tod eine musikalisches
Gestalt zu verleihen. Seine Interpretationen Lieder anderer
Künstler sind einzigartig. Jetzt liegt eine 5 CD Box vor, welche
auf 3 CD`s Lieder der letzten 10 Jahre zusammenfasst. Auf CD
5 gibt es eine Zusammenfassung seiner besten Titel. Der Höhepunkt
ist jedoch zweifelsfrei auf CD 4 zu finden. Cash singt allein
mit Gitarre uralte Gospels und Kirchenlieder. Worte greifen
hier zu kurz wenn für diesen Moment Gott den Menschen trifft.
In der allerletzten Platte die Johnny Cash machte (The man comes
around 2002) bestand er darauf das "We will meet again"
am Ende landete. In diesem Sinne - Find your way to heaven,
elder brother.
1. The Go Betweens / Bright orange, bright yellow
Die Australier legten bereits zu Jahresbeginn das Popalbum
des Jahres vor und schaffen es bis zur Ziellinie - everlasting
spring
2. The White Stripes / Elephant
Stupender Indie-blues-rock direkt aus der Garage. Macht süchtig
3. Travis / 12 Memories
Erhebende Melodien mit Texten welche in ein tiefes Loch führen.
Erschütternd Glücklichmachend. Als Popact Verkannt und als Künstler
unterschätzt.
4. Outkast / Speakerbox / The Love Below
Für all jene welche immer noch immer glauben das schwarze
Hip Hop Musik nur dumme Gangstapose sein kann. Dieses schwindelerregende
Doppelalbum bietet eine tour de force durch Jazz, R n`B, Soul
und Pop. Der junge Prince trifft einen jungen Steve Wonder.
Sehr sehr cool.
5. Adam Green / Friends of Mine
Die süßesten Melodien verpacken Texte voller Boshaftigkeit
und Zynismus welche doch einen letzten Glauben an die Liebe
in sich verbergen.
6. Belle & Sebastian / Dear Catastrophie Waitress
Ein wunderschön Kleinod - schottischer Folkpop in Vollendung.
Und das ist bereits die sechste brillante Platte in Folge und
nur eine Minderheit registriert`s - Seltsame Welt.
7. Beth Gibbons / Out of Season
"God knows how I adore life, When the wind turns on
the shore lies another day
I cannot ask for more"……..die ersten Zeilen dieser zeitlosen
schönen Platte sagen alles über den Rest. Schwermütig und doch
erhebend, Molltöne Streicher und elfenhafter Gesang. Ewiger
Herbst.
8. Kill Bill / Soundtrack
Beim Film scheiden sich die Geister. Die Musik zum Film ist
grandios und von einem wandelnden Lexikon zusammengestellt welches
ALLE Archive kennt. Quentin Tarantinos Wissen über Film und
Popmusik ist unfassbar und sein Gespür beides zu verschmelzen
genious. Ein Soundtrack welcher diese Bezeichnung nicht nur
verdient sondern das Medium neu bewertet.
9. Big Runca / Beautiful Collision
Feingeistiger Pop aus Neuseeland. Noch dazu alles selbst
geschrieben und gespielt. Wird Zeit das diese Frau in der restlichen
Hemisphäre wahrgenommen wird. Und dann können sich die Britneys
und Madonnas dieser Welt warm anziehen.
10. Metallica / St. Anger
Metallica zeigen den Nu-metall Teenies wer das Ding erfunden
hat. Das volle Brett - ehrfurchtgebietend.
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