Mag. Noriko Aoyagi
Die Autorin ist Kulturjournalistin. Sie hat am am 20. Oktober 1999 im Rahmen der Österreichischen Frauenföderation einen Vortrag gehalten. Ihr Beitrag wird hier gekürzt wiedergegeben.
I
Vorurteil und Hass: eine gefährliche KombinationIch bin in Tokio aufgewachsen, habe die europäische Geschichte studiert, und seit meiner Kindheit habe ich immer mit zwei Kulturen gelebt, nämlich mit der japanischen Kulturtradition und der europäischen Kultur. Z.B. habe ich seit meiner Kindheit die griechische Mythologie, die Bibel, Shakespeare und viele weitere Bücher aus der europäischen Literatur gelesen, mich mit der europäischen Malerei beschäftigt und vor allem, wie es bei vielen Menschen in Japan der Fall ist, immer sehr gerne klassische Musik gehört.
Als ich daher vor 14 Jahren nach Wien kam, war es mir überhaupt nicht fremd, sondern eine vertraute Welt. Ich habe aber auch sehr viele neue Sachen entdeckt, nicht alle waren positiv. so musste ich feststellen, dass viele Europäer Vorurteile haben. In Japan hatte ich nämlich das positive Vorurteil, dass Europa vorurteilsfrei wäre. Vor allem glaubte ich, der Antisemitismus und derKolonialismus gehörten gänzlich der Vergangenheit an. Aber die Wirklichkeit ist leider anders. Es gibt zwar viele, einfache, harmlose Vorurteile, aber wenn sie mit dem Hass verbunden sind, sind sie sehr gefährlich. Besonders, die neuesten Entwicklungen in den letzten Jahren sind alarmierend.
Aber wozu Hass? Wir leben zusammen auf der Erde, dem winzig kleinen Stäubchen im Weltall. Wir haben keinen anderen Lebensraum als die Erde. In dieser Hinsicht sind wir alle gleich, wir sind nur Erdbewohner. Früher einmal sagte Gorbatschow "das gesamte Europa-Haus", aber ich glaube, noch richtiger wäre "das gesamte Erde-Haus". Wir alle gehören zur Erde-Familie. Aber Hass existiert trotzdem, vielleicht ewig, doch man kann und muss immer etwas dagegen tun.
II
Die Struktur von Vorurteilen
Hass ist eine Erscheinungsform der Angst, und Angst kann sehr oft eine Begleiterscheinung eines Vorurteils sein. Angst ohne Hass ist möglich, aber Hass ohne Angst gibt es kaum. Die Ängste, die nicht mit einem Vorurteil verbunden sind, führen nicht zum Hass.
Neugeborene Kinder sind total vorurteilsfrei
Man sagt, bei der Geburt sei jedes Kind gleich. Biologisch stimmt es im großen und ganzen, abgesehen von einigen genetischen Elementen, aber soziologisch stimmt es leider nicht. Denn es hängt davon ab, in welchem Land, in welchen Sozialverhältnissen oder in welcher Familie man geboren ist. Die überwiegende Mehrheit der neugeborenen Kinder ist bereits bei ihrer Geburt stark benachteiligt. Aber mindestens eine Sache ist bei jedem Kind gleich. Wir werden geboren ohne geistige Ketten, jedes neugeborene Kind ist absolut vorurteilsfrei, d.h. ohne geistige Ketten. Da es nichts weiß, ist es frei vom gefährlichen Halbwissen.
Denkfaulheit als Wurzel des Vorurteils
Aber Halbwissen selbst ist noch kein Vorurteil. Wenn es von außen keine Manipulation gibt oder wenn man geistig gesund und selbstkritisch ist, kann man Halbwissen als solches betrachten, und es wird schnell durch besseres Wissen oder Kenntnis ersetzt. Erste Eindrücke sind immer sehr wichtig als Ausgangspunkt zur Kenntnis. Aber wenn ein Halbwissen oder erste Eindrücke erstarren, verwandeln sie sich in Vorurteile. Dabei gibt es sicher viele verschiedene Mechanismen, aber mindestens in manchen Fällen ist es eine Selbsttäuschung oder eine Selbstabkapselung von der Realität, die man nicht sehen will. Doch man braucht Anhaltspunkte als Orientierung, um zu leben, und wenn man nicht selbst denken will oder nicht daran gewöhnt ist, selbst zu denken, sind die Vorurteile die primitivste, aber auch einfachste Möglichkeit, Anhaltspunkte zu haben. Solche Denkfaulheit wird oft begleitet von Angst oder Minderwertigkeitsgefühl oder beidem. Und Minderwertigkeitsgefühl ist eine Erscheinungsform des Konformismus, und Konformismus wiederum eine Erscheinungsform der Denkfaulheit. Hier schließt sich der Teufelskreis des Vorurteils. Vielleicht die Denkfaulheit ist die Wurzel allen Übels. Dabei ist es eigentlich nicht so schwierig, von diesem Teufelskreis abzugehen. Man braucht nur sich selbst einige einfachste Fragen zu stellen. Die Schlüsselfragen: "Warum?" und "Ist es wirklich so?"
III
Vorurteile als Manipulationsmittel
Es gibt manche gefährliche systematisierte Vorurteile. Eines davon ist der Rassismus. Der Antisemitismus gehört dazu. Und ohne rassistische Vorurteile kann auch der Kolonialismus nicht existieren. In dieser Hinsicht muss man sagen, soweit es den Rassismus betrifft, ist die Kolonialzeit noch nicht vorbei.
Japanische Invasionskriege als Beispiel der Manipulation
Ein typisches Beispiel für die systamatisierten Vorurteile sind die Vorurteile der Japaner gegen die Chinesen und Koreaner oder auch die anderen Asiaten. Vor und während der Invasionskriege hat die japanische Regierung viel Propaganda gegen die beiden Länder gemacht, auch gegen Rußland und gegen die anderen Länder in Südostasien. Es begann schon nach der Meiji-Restauration im Jahre 1868. In diesem Jahr kam das japanische Kaiserhaus wieder an die Macht, nachdem der letzte Shôgun ein Jahr zuvor das Schogunat zurückgegeben hatte. Nach der Meiji-Restauration wurden viele Systeme aus Preußen eingeführt (deshalb sagt man, Japan sei ein Preußen in Asien), und schon ziemlich früh begann die japanische Invasionspolitik. Wie es in solchen Fällen üblich ist, wurde viel Propaganda gemacht. Sonst ist es unmöglich, die Menschen zu einem Invasionskrieg zu motivieren. Diese Propaganda kulminierte zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, und ihr Kernpunkt war wesentlich gleich wie die Parole "Deutschland über alles". Man sagte, das japanische Volk sei das beste Volk in Asien, deshalb müsse es alle anderen Länder Asiens beherrschen. Und die Nachwirkung dieser Propaganda ist immer noch sehr stark. Diesen historischen Verlauf kann man mit der deutschen Geschichte von der Reichsgründung 1871 unter Bismarck bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges vergleichen.
Vergangenheitsbewältigung als Prüfstein
Eigene Fehler zu erkennen und korrigieren, das ist eine große Selbstbefreiung. Inwieweit solche Selbstbefreiung verwirklicht ist, d.h. inwieweit die eigene Vergangenheit erfolgreich bewältigt ist, das zeigt, inwieweit ein Volk/eine Nation reif ist. In diesem Sinne ist es ein interessantes Thema, Vergangenheits-bewältigung in verschiedenen Ländern zu vergleichen. Und wie schwierig es ist, zeigen die neuen Paralleltendenzen: die Neonazis und die sogenannte Auschwitz-Lüge in Europa einerseits --- die japanischen Rechtsextremisten behaupten in letzter Zeit, der Zweite Weltkrieg im pazifischen Raum sei keine Invasion Japans gewesen, sondern ein Befreiungskrieg gegen die europäischen Kolonialmächte unter der japanischen Leitung.
IV
Vorurteile frühzeitig erkennen
Wir sind eigentlich frei und ohne Ketten geboren und sollten frei bleiben. Unser Leben ist aber immer irgendwie von außen beschränkt oder begrenzt. Die unsichtbaren Ketten in uns können wir jedoch selbst zerreißen. Viele Menschen haben sogar Angst davor, eigene Vorurteile als solche zu betrachten. Dabei ist es im Grunde eine große Selbstbefreiung, denn, wenn man viele Vorurteile hat, sitzt man im eigenen Gefängnis. Je mehr die Vorurteile abnehmen, desto leichter wird das Leben. Nach Marc Aurel ist es nicht schwierig, Vorurteile abzulegen. Er sagt in seinen Selbstbetrachtungen, es sei einfach, ein neuesLeben zu beginnen, man brauchte nur umzudenken. Aber andererseits ist es doch nicht so einfach. Wenn man sich bewusst ist, dass man ein Vorurteil hat, dann ist es schon fast überwunden. Die eigentliche Schwierigkeit liegt darin, dass man eigene Vorurteile nicht sofort wahrnehmen kann (nach Einstein ist es schwieriger als ein Atom zu spalten). Viele Menschen glauben sogar fest daran, ihre Vorurteile seien Wahrheit oder Wirklichkeit. Denn Vorurteile basieren auf Halbwissen oder Halbwahrheit. Wenn jemand lautstark sagt, "ich weiß es sehr gut!", dann muss man seine Äußerung vorsichtig hören. Es könnte bloss Halbwissen oder Halbwahrheit sein.
Wie kann man eigene Vorurteile entdecken? Die einzige Möglichkeit ist ein gesunder Skeptizismus gegenüber allem, auch gegenüber sich selbst.
Zwei Arten der Vorurteile
Wie bei einem Tumor gibt es bösartige und gutartige Vorurteile.
Die bösartigen Vorurteile sind diejenigen, die man nicht sofort durch eigene Erfahrungen korrigieren kann. Der Antisemitismus ohne Juden ist ein typisches Beispiel. Solche Vorurteile abzubauen, ist sehr schwierig und mühsam. Sie sind besonders gefährlich, weil sie als Politikum missbraucht werden können, wie die Kriegspropaganda in der jüngsten Geschichte zeigt. Solche Beispiele sind leider noch immer überall zu finden.
Struktur der "Phil-Phob-Vorurteile"
Dagegen kann man die gutartigen Vorurteile durch eigene Erfahrungen relativ leicht korrigieren. Ein solches Vorurteil kann man mit "Phil" oder "Phob" bezeichnen, z.B. "frankophil" oder "frankophob", "anglophil" oder "anglophob" usw. Die frankophilen Menschen sagen z.B., Frankreich ist das Land der Aufklärung, oder die anglophilen Menschen sagen, England (oder genauer Großbritannien) ist das Land der Gentlemen. Die frankophoben oder anglophoben Menschen sagen, die beiden haben als die beiden größten Kolonialmächte enorm viele Menschen ermordet. Solche-Phil-Phob-Struktur ist noch nicht so argwie der Rassismus, aber sie könnte sich unter Umständen in einen bösartigen Tumor verwandeln. Diese Phil-Phob-Struktur ist ähnlich wie jenes Beispiel für Optimismus und Pessimismus mit einem bis zur Hälfte gefüllten Wasserglas. Man kann sagen, es ist schon halb leer oder noch halb voll. So ist es auch bei den Ländern. Jedes Land hat positive und negative Seiten. Wenn man nur positive Seiten betrachtet, kann man alle Länder lieben. Umgekehrt könnte man auch alle Länder hassen.
Wie willkürlich und subjektiv diese Phil-Phob-Struktur ist, zeigt ein Beispiel eines meiner Freunde. Er ist Österreicher und liebt nach seinem eigenen Land England am meisten (seine Frau ist Engländerin). Einmal hat er mir gesagt: "Zwar gibt es auch in England unangenehme Menschen, aber da du mit solchen Menschen nicht in Berührung kommst, stört dich das nicht." Das gilt für alle anderen Länder.
Ein Beispiel: Sind Araber gefährlich?
Vor sieben Jahren wollte ich Europa wieder einmal von außen betrachten, aber nicht aus dem Fernen Osten, wo ich früher war, sondern von einem ganz anderen Standpunkt her. Ich habe mich für Syrien entschieden. Damals haben mir viele meiner Freunde davon abgeraten, allein in arabischen Ländern zu reisen. Eine Österreicherin hat mir gesagt, Kriege oder Unruhen seien nicht so gefährlich, aber die arabischen Männer seien gefährlich. Deshalb habe ich zum erstenmal in meinem Leben eine Gruppenreise gemacht. Aber es gab keine Gefahr, sondern ich war so begeistert, dass ich nach meiner Reise begonnen habe, Arabisch zu lernen. Voriges Jahr und heuer habe ich in Damaskus je einen Monat einen Arabisch-Kurs beim Goethe Institut besucht. Ich habe bei einer syrischen Familie gewohnt. Der Vater dieser Familie arbeitet beim Goethe Institut. In den ersten Kurstagen bin ich immer mit ihm zum Goethe Institut gefahren, aber nach dem Kurs musste ich allein zurückfahren. Im Bus habe ich den Busfahrer oder einen Fahrgast (mal einen Mann, mal eine Frau) danach gefragt, wo ich umsteigen soll, und jedesmal hat mich jemand nach Hause begleitet (auch mal ein Mann, mal eine Frau). Aber da jeder etwas anders denkt (z.B. hier umsteigen und danach mit dieser Linie weiterfahren oder dort umsteigen und nachher mit jener Linie, usw.), bin ich jeden Tag anders zurückgefahren. Eines Tages bin ich mit einer syrischen Studentin zur Universität Damaskus gefahren, um einen Vortrag zu hören. Nach dem Vortrag, als wir aus dem Hörsaal herausgekommen sind, hat ein sehr heftiges Gewitter begonnen. Ich wollte ein Taxi nehmen. Auf dem Gehsteig waren viele Leute, um ein Taxi zu finden. Vor mir waren zwei Männer, aber da wir in dieselbe Richtung geschaut haben, haben sie mich nicht bemerkt, bis sie ein Taxi gefunden haben und eingestiegen sind. Als sie im Taxi sassen, haben sie mich bemerkt und sind wieder herausgekommen, um mir ihr Taxi anzubieten. Dank ihnen konnte ich sofort nach Hause zurückfahren.
Hier möchte ich hinzufügen: ein Vorurteil ist immer ungerecht. Man vergleicht gebildete Menschen im eigenen Land oder in einem bevorzugten Land mit ungebildeten Menschen oder sogar mit Kriminellen in einem negativ geschätzten Land. Aber es gibt kein Land, in dem nur gute oder nur böse Menschen leben. In dieser Hinsicht sind alle Länder gleich, wie alle Menschen gleich sind, und doch ist jedes Land anders, hat sein eigenes Schicksal und ist unersetzbar wie jeder Mensch.
V. Familie als Fundament
Die neugeborenen Kinder sind total vorurteilsfrei. Aber andererseits absorbieren sie alles sehr schnell wie Schwamm. Wenn die Eltern viele Vorurteile haben, bekommen ihre Kinder auch dieselbe Vorurteile.
Warum ich gegen Vorurteile bin, warum ich so denke, das liegt vielleicht in meiner Familie. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der alle Familien-mitglieder gleichberechtigt waren. Am Anfang waren wir drei, meine Eltern und ich. Als ich begann, in den Kindergarten zu gehen, fing meine Mutter an, in eine Kochschule zu gehen, und nach einigen Jahren wurde sie selbst Kochlehrerin. Sie hatte eine eigene Methode beim Unterrichten. Wie bei jeder Schule gab es bei ihrer Kochschule auch einige Problemschüler/innen. Die anderen Lehrer/innen wollten solche Schüler/innen vermeiden, aber meine Mutter versuchte immer, zuerst solche Problemschüler/innen anzusprechen, und befreundete sich mit ihnen. Meine Mutter sagte, solche sogenannten Problemschüler/innen seien eigentlich viel charaktervoller und interessanter als viele normale Schüler/innen.
Später kamen meine Großeltern mütterlicherseits und wohnten mit uns zusammen in demselben Haus. Aber der Alltag der Großeltern verlief ganz unabhängig von uns drei. Meine Eltern mischten sich nie in die Sachen der Großeltern ein, und die Großeltern mischten sich nie in unser Leben ein. Wir hatten alle einen anderen Stundenplan.
Zuerst stand mein Vater auf, frühstückte und fuhr zur Arbeit. Dann standen meine Großeltern auf, frühstückten in ihrem Zimmer (meistens machte der Großvater Frühstück), und nachher stand ich auf, frühstückte und fuhr zur Schule. Am Ende stand meine Mutter ziemlich spät auf, weil sie damals immer am Abend an der Kochschule unterrichtete und daher spät nach Hause kam. Aber beim Abendessen waren wir meistens zusammen.
Jeder kümmerte sich um sich selbst, jeder wusch eigene Wäsche selbst. Damals gab es bei uns keine Waschmachine, weil meine Mutter der Meinung war, die Waschmachine zerstöre die Kleider. Oft wusch mein Vater auch meine Wäsche oder die Wäsche meiner Mutter, aber ich wusch auch die Wäsche meines Vaters oder meiner Mutter, je nachdem wer zuerst daran war. Mein Vater kaufte selbst seine Kleider oder auch andere Sachen, die er selbst brauchte. Auch ich ging allein, um meine Sachen oder Kleider zu kaufen, nur beim Einkaufen größerer oder teuerer Sachen kam meine Mutter oder Vater mit. Einmal sagte mir meine Mutter, dass sie nicht wisse, wie viele Anzüge mein Vater habe, weil er ja meistens allein einkaufen ging. Da mein Vater Ingenieur war, war er oft auf der Reise, um die Fabriken seiner Firma zu inspizieren. In solchen Fällen packte er selbst seinen Koffer.
Putzen war eine Familienangelegenheit. Am Sonntag oder Feiertag putzten wir zusammen. Meine Mutter war Kommando und verteilte uns Arbeit. Einmal putzte mein Vater das Klo, ich mit dem Staubsauger und meine Mutter putzte die Fenster. Oder mein Vater putzte mit dem Staubsauger, meine Mutter das Klo, und ich putzte die Fußböden, usw.
Viele japanischen Eltern sagen zu ihren Kindern, tue oder tut, wie die anderen tun. Aber meine Eltern sagten mir, tue, was du willst, und entscheide selbst. Meine Mutter sagte mir immer, ob ich heirate oder nicht, ob ich in Japan lebe oder irgendwo im Ausland, sei total meine Sache, ich sollte nur länger leben als meine Eltern. Während meiner Studienzeit habe ich an der Universität einen Studenten kennengelernt und geheiratet. Aber er war ein typisches Beispiel der traditionellen Familie. Er wechselte seine Kleider oder die Unterwäsche nie selbst, oder genauer gesagt, er bemerkte die neuen Kleider gar nicht. Während er im Badezimmer war oder schlief, legte seine Mutter die Kleider, die er sich anziehen sollte, bereit. Er hatte auch keine Erfahrungen mit Putzen. Unsere Ehe war eine schlechte oder falsche Kombination, und deshalb haben wir uns scheiden lassen. Nachher wollte ich wieder studieren und kam nach Wien.
Mag. Noriko Aoyagi
Die Autorin ist Kulturjournalistin. Der Vortrag ist am 20. Oktober bei der österreichischen Frauenföderation für Weltfrieden gehalten worden und für dieses Internet-Magazin abgekürzt.Zwei Bücher gegen Vorurteile und Manipulation
Anthony Pratkanis, Elliot Aronson: Age of Propaganda - the everday use and abuse of persuasion, W.H. Freeman and Company, New York 1992
Hellmut von Gerlach: Die große Zeit der Lüge - Der Erste Weltkrieg und die deutsche Mentalität (1871 -1921), Donat Verlag, Bremen 1994