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UM GOTTES WILLEN

Welt-Herrschaft

 

Alexander der Große, griechischer Feldherr und Mitbegründer Griechenlands als Weltmacht, kam auf seinen Eroberungszügen mit seinen Truppen bis Indien. Während seines Aufenthaltes im asiatischen Subkontinent erzählte man ihm von einem überaus weisen Hindumönch, der im Ruf der Heiligkeit stand. So wuchs in ihm das Verlangen, diesen berühmten Mann kennen zu lernen.

Er gab einem seiner Offiziere den Auftrag, den Ganges flußaufwärts gegen Rishikesh zu ziehen, den Mönch ausfindig zu machen, und ihn in das Hauptquartier des Feldherrn zu bringen.

Als der Offizier und seine Begleitung am Ziel angelangt waren, fanden sie den Weisen meditierend vor seinem Haus sitzen. Der Gesandte des griechischen Heerführers sprach ihn unvermittelt an: "Der große Alexander befiehlt dir, unverzüglich vor ihm zu erscheinen!" Der Mönch zuckte mit keiner Wimper und verharrte in seiner meditativen Haltung. Da wurde der Offizier zornig und brüllte: "Wenn du meinem Befehl nicht sofort Folge leistest, lässt er dir den Kopf abschlagen!"

Da öffnete der alte Mann langsam seine Augen, blickte den Besucher traurig an und fragte: "Wer ist den eigentlich dieser große Alexander?" "Alexander kommt aus dem fernen Hellas und ist der Beherrscher der ganzen Welt." Der Inder fragte erneut: "Wie ist es ihm nur möglich, die ganze Welt zu beherrschen, wenn er nicht einmal fähig ist, sich selbst zu beherrschen?"

Tatsächlich: die Welt, die mir zunächst zur Verfügung steht, bin ich selbst. Es sind die Dinge, die mich umgeben, die Menschen, mit denen ich zusammenlebe. Bei mir und an ihnen kann ich die Herrschaft des Herzens erproben und trainieren.

Heinrich Krcek

Theologe


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